Schlechte Gewohnheiten – und ihre Macht

schlechte gewohnheiten

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Endlich mal haben wir einen guten Vorsatz gefasst – warum verlieren wir ihn so schnell wieder? Warum trinken, rauchen, naschen wir wieder? Wir hatten es uns doch so fest vorgenommen – und auch eingesehen, wozu es nützlich ist oder sogar dringlich… und dann: wumms! Passiert es einfach wieder.

Eventuell haben wir uns diesen Rückfall selbst noch schön (oder harmlos) geredet, und uns selbst überzeugt. Und wenn’s dann passiert ist, das hat schon etwas von Resignation. Warum können wir das, was wir uns selbst vorgenommen haben, nicht umsetzen?

Immerhin: Von Bekannten und Kollegen schlägt uns Sympathie entgegen – das Scheitern von „Vorsätzen“ ist überall bekannt und löst Mitgefühl aus. Schwieriger wird es da schon, wenn wir einen solchen „guten Vorsatz“ durchgezogen haben – da erhalten wir bei weitem nicht so viele wohlwollende Bekundungen, höchstens von Freunden, die sich „für uns“ freuen. Ja, bei diesen Themen sind tatsächlich archaische Gefühle im Spiel…

Ekkehard von Hirschausen benutzt nun folgendes Bild: Wir sind (nur) ein Reiter auf einem Elefanten, einem Dickhäuter. Unser Stammhirn, all unsere (auch schlechten) eingeschliffenen Gewohnheiten, das ist der Elefant.

Nun wollen wir eine tolle Kur machen oder eine Diät, eine gewisse Zeit mal keinen Alkohol trinken (hier geht es um die psychologische Komponente), vielleicht wollten wir auch mehr Sport treiben, etc… – wir haben unsere guten Gründe dafür, und die haben wir auch „verstanden“ (im Neokortex).

Aber der Elefant,… probieren Sie mal, dem das zu erklären, wenn Sie da drauf sitzen – so mit ganz rationalen Argumenten oder mit einfühlsamen, schönen Bildern. Nix. Vielleicht bewegt er sich zu Beginn ein bisschen, ja, durch den Schwung und die Euphorie ihres Gedankens, aber dann… zurück ins alte Muster, früher oder später. Warum passiert uns das so häufig?

Unser Gehirn wuchs ja evolutionstechnisch von innen nach außen auf: Je weiter wir nach außen gelangen, desto rationaler, emotional-intelligenter und sozialer, ja „weitsichtiger“, auch meditativer/spiritueller werden unsere Fähigkeiten und „Gedanken“ (der Clown). Drinnen sitzt das Stammhirn, Herrscher über Gewohnheiten, Glaubenssätze und affektive Gefühle (Dickhäuter). schlechte gewohnheiten

Im Grunde ist es wie beim „Erziehen“ jedes instinktgesteuerten Tieres, wie etwa kleinen Hundewelpen: Erklären nützt nichts; damit etwas passiert, müssen Anreize geschaffen werden (weniger schön, aber manchmal notwendig: klare Verbote müssen ausgesprochen und eingehalten werden), und auf diese Weise neues Verhalten eingeübt werden.

Dann passiert etwas, unser Gehirn verschaltet sich neu, und damit verändert sich auch selbst unsere Sicht darauf: Nach und nach wird es selbstverständlich – und ist dann einfach da, als ob es nie weg gewesen wäre. Denken Sie mal ans Autofahren, wie holprig das zu Beginn lief, und wieviel Aufmerksamkeit Sie dafür benötigten! Da ging so mancher Radfahrerblick bei drauf (hoffentlich nur der Blick). Und heute ist das eigentlich schon unterbewusst, wie wir jetzt genau fahren. schlechte gewohnheiten
Was machen wir nun, wenn wir den Motor abgewürgt haben? (Und selbst wenn wir irgendwo gegengefahren sind?) Richtig: Gleich wieder einsteigen, und weiterfahren. Mit Disziplin. Irgendwann wird das schon, „ganz von selbst“.

Bei Süchten ist das natürlich komplizierter (ich sage mal gehässig: da kann man auch dem eigenen Körper die Schuld geben), und dennoch ist es im Grunde ähnlich: Von krassen Fällen abgesehen, geht es immer um die Abänderung, um die Umprogrammierung (und das neuronale, längerfristige Überschreiben) alter Verhaltensmuster und „liebgewonnener“ Gewohnheiten.
In Neue.

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