Geistesblitz

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Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir eine Idee oder einen Geistesblitz  haben? Ist es so etwas wie ein Kurzschluss, eine neue Kombinationsmöglichkeit von Versatzstücken aus Erinnerungen, Gefühlen, Gedanken, Vorstellungen? Funktioniert es so wie ein Scrabble-Spiel (dort dann halt nur mit dem komplexen, geschlossenen Symbolsystem der Buchstaben als „Sprachbausteine“ – um neue Wortkombinationen und -möglichkeiten zu finden)? geistesblitz

Als Trainer unterrichte ich in Seminaren, dass wir Zukünftiges und unsere Ideen zur Zukunft nur aus unseren Erfahrungen und Erinnerungen der Vergangenheit entwickeln können, bei Entscheidungen hat unser Gehirn sich sogar bis zu zehn Sekunden vorher bereits festgelegt – das besagt der Stand der Forschung. Gibt es mehr?… Gibt es den intuitiven Kern, der wie eine Energie aus dem Nichts entsteht, eine „echte Inspiration“? In der frühen Dichtung wurden die Musen gern zu Beginn des Werkes angerufen, um das folgende Gedicht zu „beseelen“. Gibt es eine Instanz oder Energie, die uns von außen zu Ideen und Eingebungen führt – so wie es auch massefreie Photonen oder Gluonen gibt, welche die uns umgebenden Atome ermöglichen?

Und schon sind wir in der Spiritualität. Hier ist also eine Brücke, von der Idee hinüber zu weltweiten, völkerübergreifenden Glaubensfragen.

Was denken Sie nun, wenn Sie den Regenbogen sehen und dazu die Überschrift „Geistesblitz“ lesen? Ist der Regenbogen wirklich nur in unserer Wahrnehmung vorhanden, da wir kein größeres Farbspektrum erkennen können? Viele Vögel sehen keinen Regenbogen, für sie existiert so etwas nicht. Wir Menschen wissen hingegen: Ein Regenbogen entsteht durch Reflektion des Lichts an der Rückwand von (möglichst runden) Regentropfen, das Licht bricht auf, in Spektralfarben – und wir sehen einen leuchtenden Regenbogen. Und wenn wir darüber nicht genauer nachdenken, dann ist der Regenbogen einfach da – er existiert. Ist das nicht auch schön? geistesblitz

Was hat also eine Idee mit Projektion und Reflexion zu tun. Viel, nicht wahr? Auch hier gibt es eine Brücke – zum „Wir“ und zu unseren Projektionen (und Wirklichkeits-konstruktionen), zu unserer Kommunikation insgesamt und selbst zum Verliebtsein (voriger Artikel).

Der Regenbogen ist eine wunderschöne Brücke. Er könnte uns erinnern an das, was wir nicht sehen. Auch daran, dass er selbst nur eine Projektion ist – wenn er für andere Lebenwesen mit anderem Sehspektrum nicht exisitert. Und ob nun eine Idee allein von uns ist, oder überhaupt von jemandem Bestimmtes sein kann, lässt sich ebensowenig „eindeutig“ klären. Wir haben dafür zwar Gesetze, doch ist das vielleicht nur ein Versuch, damit umzugehen – da wir sonst mit unseren Fähigkeiten und Begabungen es ja nicht anders „regeln“ können.

Ist es nicht viel wichtiger, dass Ideen überhaupt in der Welt sind? Dass sie zwischen uns entstehen? Wäre demnach also der Umgang mit unseren Ideen nicht auch viel wichtiger als die Frage, wer diese Idee angeblich „zuerst hatte“?

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